Zuchtablauf

Der optimale Zuchtablauf

von Alex Graf, ehemaliger Zuchtleiter

 

Tiere

Alle Tiere sind anerkannte Zuchttiere der Schweizerischen Vereinigung für die Wollschweinzucht SVWS, und deren Besitzer können dies mit einem Abstammungsausweis bezeugen. Nur Tiere, die von einem Experten abgeklärt wurden, erhalten einen Abstammungsausweis. Die Ausweise für Jungtiere werden nach erfolgter provisorischer Aufnahme ins Herdebuch dem Züchter automatisch zugestellt, so dass dieser die Tiere mit dem Ausweis zusammen als Zuchttier verkaufen kann. Später können Ausweise für Zuchttiere vom Halter direkt beim Herdebuchführer bestellt werden.

TVD

Alle Tiere sind gemäss der TVD –Verordnung markiert. Jeder Halter hat eine Betriebs-TVD-Nummer, Ohrmarken, Markierzange und den Block Begleitdokumente erhalten. Er markiert alle auf seinem Betrieb geborenen Jungtiere mit seinen Betriebsmarken. Verloren gegangene Marken dürfen mit einer neuen ersetzt werden. Eigene Marken dürfen nie in einem anderen Betrieb eingesetzt werden. Jede Veränderung des Tierbestandes wird mittels der Begleitdokumente festgehalten und kann zurück verfolgt werden. Diese Begleitdokumente ersetzen die früheren Verkehrsscheine, und müssen 3 Jahre lang behalten werden. Sollten TVD-Nummer und Begleitdokumente fehlen, muss beim kantonalen Veterinäramt nachgefragt werden.

Sanierung APP / EP

Alle Betriebe sind APP und EP saniert. Enzootische Pneumonie, kurz EP, und Actinobacillus Pleuropneumonie, kurz APP, sind ansteckende Erkrankungen der Atemwege, die in der Schweiz unter das Tierseuchengesetz fallen und deshalb getilgt werden. Die Kantone haben diese Aufgabe dem Schweizerischen Schweine-Gesundheitsdienst SGD übertragen. Dieser führt die nötigen Blutuntersuchungen durch und bescheinigt dem Betrieb einen Sanierungsstatus. Die SVWS stellt dem SGD regelmässig alle ihm bekannten Adressen von Wollschweinhaltern unterstützend zur Verfügung. Gilt ein Betrieb als saniert, ist der Halter verpflichtet, seine Tiere niemals einem Kontakt mit Tieren von nicht sanierten Betrieben auszusetzen.

Zucht

Nur Tiere mit Abstammungsausweis sind im Herdebuch erfasst und können zur Vermeidung von Inzucht und deren Auswirkungen zu Zuchtgruppen zusammengestellt werden. Auf Anfrage vermittelt der Herdebuchführer dem Sauenhalter einen passenden Eber. Nach Absprache mit dem Eberhalter wird die Sau zum Eber gebracht.
Spätestens 7 Tage nach Geburt der Ferkel sendet der Halter eine Geburtsmeldekarte (siehe Beilage) an den Herdebuchführer der SVWS. Bei Bedarf meldet der Herdebuchführer sofort zurück, ob männliche Ferkel zur Zucht benötigt werden oder nicht, so dass innerhalb 14 Tage nach Geburt kastriert werden könnte. Hat der Halter auf der Meldekarte angegeben, dass er Ferkel in die Zucht geben möchte, bietet der Herdebuchführer automatisch den betreffenden Experten auf, um die Ferkel als zuchtwürdig zu bestimmen. Spätestens 30 Tage nach Geburt müssen alle Ferkel mit den TVD-Nummern des Betriebes markiert werden. Es empfiehlt sich, dabei gleich von allen Ferkeln die Anzahl Zitzen aufzuschreiben. Oft hilft der Experte beim Markieren. Bei Tieren, die provisorisch zur Zucht vorgesehen sind, also bei allen Erstgebärenden, wird der Experte die Tiere bewerten und somit definitiv in das Herdebuch aufnehmen.

Verkauf

Hat der Züchter eine Geburtsmeldekarte an den Herdebuchführer geschickt, werden seine Ferkel automatisch auf die Liste der zu verkaufenden Tiere gesetzt. Die SVWS inseriert regelmässig in der Tierwelt, und vermittelt den Kontakt vom Käufer zum Züchter. Somit entfallen dem Züchter teure Inserat-Kosten. Sind sich die Parteien einig und der Kauf eines Zuchttiers kommt zu Stande, schickt der Züchter dem Herdebuchführer eine Verstellmeldekarte. Somit ist das Tier im Herdebuch mit dem neuen Halter erfasst. Die gleiche Verstellmeldekarte wird auch bei Tod und Schlachtung an den Herdebuchführer geschickt. Es müssen alle Tiere gemeldet werden.
(Siehe ABLAUFORGANISATION unter DIE SVWS und HERDEBUCH-MELDUNGEN, MARKTPLATZ und RICHTPREISE unter KONTAKT)

Verein

Eine Mitgliedschaft beim SVWS lohnt sich für jeden Halter von Wollschweinen. Nur so kann von der Ferkelvermittlung des Vereins und diversen anderen Dienstleistungen profitiert werden. Die Mitglieder erhalten regelmässig einen newsletter, werden unterstützt bei Fragen z.B. um die APP-Sanierung, Fütterung, etc. In Zusammenarbeit mit Pro Specie Rara läuft seit Sommer 2003 die Einführung der Marke PSR für Vereinsmitglieder. Tiere und Produkte können seither unter diesem Label verkauft werden, ja selbst via Internet kann vermarktet werden. Der Verein unterhält zudem die immer wichtiger werdenden Beziehungen zu verschiedenen Organisationen im In- und Ausland. (Siehe auch MITGLIEDSCHAFT unter KONTAKT).